Treffen der AG Klima Juni 2026
Am 19.6.26 trafen sich Interessierte und Mitglieder der Klimagruppe zu einem gemeinsamen Austausch. Das Treffen startete mit einem Rückblick über Themen und Projekte, mit denen wir uns befasst haben:
So informierten wir z.B. über die Unterschriften-Aktion für Baumpflanzungen zur Beschattung und Kühlung an der Dorfmauer. Um den Kleinkind-Spielplatz und den Boules-Platz im Sommer nutzen zu können, wurden ca. 80 Unterschriften gesammelt und die Pflanzung von mehreren Bäumen gefordert. Nach Begehung des Areals mit dem Bürgermeister und dem Bauausschuss, sowie der anschließenden Abstimmung im Gemeinderat, wurden leider nur zwei Bäume neben dem Klettergerüst bewilligt. Unter Kostenvorbehalt wurde ein Sonnensegel am Sand-Spielplatz angedacht.
Weiterhin berichteten wir über eine Weinbergs-Begehung in Sommerach, wo die dortige Bürgermeisterin über ihr Pilotprojekt (boden:ständig) zur Schaffung von Wasserrückhalt in Form von Entsiegelung von Wasserabflussgräben und die Schaffung von Sickermulden, zum Halten des Niederschlagswassers in der Natur, berichtete. Wie die Gemeinde Sommerach zählen auch wir zum “Schwammgebiet” und unser Bürgermeister Christian Holzinger fungiert hier als Sprecher des Zusammenschlusses. Aufgrund der ausbleibenden Niederschläge, des Absinkens des Grundwasserpegels und der zunehmenden Dürre beschäftigen auch wir uns intensiv mit diesem Thema. Denn das Wasser, z.B. über einfache Versickerungsmulden in der Landschaft zu halten bringt viele positive Effekte mit sich, wie z.B. Wasserversorgung von Natur und Landwirtschaft, Grundwasserschutz, besseres Mikroklima, Schutz bei Starkregenereignissen, positive Auswirkungen auf Tierwelt und Artenschutz.
Daraufhin kam von Seiten der Teilnehmenden die aktuelle Situation zur Sprache, dass inzwischen einige Weinberge brach liegen, teils verwildern oder gerodet werden (müssen). Manche Eigentümer stehen vor dem Problem, dass sie ihre Weinberge nicht mehr verpachten können, weil diese inzwischen finanziell unrentabel geworden sind. Die Wenigsten haben die Möglichkeiten, den Weinberg selbst zu bewirtschaften und stehen zudem vor dem Problem, dass die Rodung der Fläche (die nach momentaner Regelung nach spätestens drei Jahren Pflicht ist) hohe Kosten von mehreren tausend Euro verursacht. Neben den finanziellen Problemen stellen verwilderte Weinberge auch eine Gefahr für angrenzende bewirtschaftete Weinberge dar (z.B. durch die Übertragung von Pilzkrankheiten und Schädlingen). Diese unbewirtschafteten Flächen stellen jedoch auch eine große Chance dar, sie sinnvoll im Sinne des Natur- und Klimaschutzes zu nutzen und gleichzeitig die bestehende Kulturlandschaft aufzuwerten und für Einwohner und Touristen attraktiver zu gestalten (z.B. durch Blühwiesen, Hecken und Bäume, Vernetzung von Biotopen, Schaffung von Wasserrückhalt). So könnten auch die bestehenden Weinberge profitieren in Form von Verbesserung der Bodengesundheit (z.B. Humusbildung), Verhinderung von Bodenerosion, Aufbau eines Mikroklimas, Förderung von Bestäubern etc.. Auch in anderen Bundesländern besteht eine ähnliche Problematik im Weinbau, sodass sich viele Leute derzeit mit dem Thema befassen und nach Lösungswegen suchen. So zeigte sich auch beim Treffen der Klimagruppe ein Bewusstsein der Teilnehmer für die momentan schwierige Situation und der Konsens, dass es wichtig sei, Lösungswege gemeinsam mit Winzern, Landwirten und der Gemeinde zu suchen und dabei zugleich einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Leider gestaltet sich die Suche nach Vorschlägen zum Umgang mit der geschilderten Problematik, im Sinne aller Beteiligten, als sehr schwierig und scheitert v.a. an der Frage nach der Finanzierung (zum aktuellen Zeitpunkt wird z.B. keine Rodungsprämie in Bayern ausgezahlt).
Passend zu diesem Thema folgte die Information über den „runden Tisch“ mit interessierten Bürgern, Landwirten, Winzern und Gemeinderatsmitgliedern, der am 8.12.25 stattgefunden hatte. Auf eine Initiative des ortsansässigen Winzers David Amling hin, der sich für Naturverjüngung, Hecken und Bäumen in der Landschaft einsetzt, lud der Bürgermeister ein, um mehr als 20 Standorte in der Eisenheimer Flur zu besprechen und einvernehmliche Gebiete für Hecken- und Baumpflanzungen bzw. das Zulassen natürlicher Verjüngung herauszusuchen. Von den sieben ausgewählten Möglichkeiten blieben letztlich, nach Beschluss im Gemeinderat, noch momentan drei konkrete und zwei noch fragliche Standorte (Abklärung mit Ämtern nötig) übrig. Hier möchten wir im kommenden Herbst eine Pflanzaktion planen und werben für tatkräftige Unterstützung! Da wir die Baumsetzlinge von Wolfgang Hrapia geschenkt bekommen, wird die Aktion kostengünstig auszuführen sein. Nähere Infos erfolgen nach konkreter Planung.
Bezüglich der ökologischen Aufwertung der Flur, z.B. durch Hecken und Bäume, kam dann auch die bevorstehende Flur - Neuordnung im Gebiet der geplanten Umgehungsstraße von Prosselsheim zur Sprache. Hier sind wir auch bestrebt, ökologische und klimatische Interessen einfließen zu lassen, sofern möglich.
Abschließend informierten wir noch über unser diesjähriges Angebot für Kinder und Jugendliche im Rahmen des Sommerferienprogramms. Wir möchten heuer Nistkästen für Vögel bauen und gestalten und suchen dafür Paten aus der Gemeinde.